Die Geschichte der FeG Eibelshausen

Teil 1: 1848 – 1891 „Erweckung"

Nach der deutschen Revolution im Jahr 1848 kam es zu etlichen Umbrüchen im Land. Auch wenn es noch ein weiter Weg zu einer Demokratie war, wurde doch endlich eine eingeschränkte Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit gewährt. Vereine und Gemeinschaften durften zum ersten Mal gegründet werden.

Mitten in diesen Umbrüchen in der Gesellschaft schwappte eine Welle der Erweckung durchs Land. Gottes Geist wirkte spürbar und viele Menschen fanden zum Glauben an Jesus. Wenn Ebbe ist, liegt das Meer oft flach darnieder. Wenn die Flut aber kommt, rauscht eine Welle nach der anderen heran. Und wenn dann noch Wind aufkommt, ist es herrlich – zumindest wenn man wie ein Surfer die Wellen liebt. Der Surfer hat ein starkes Brett unter sich, das auf den Wellen tanzt. Er hat gelernt, die Wellen zu erkennen und zu erwischen. Er kann sogar auf den Wellen reiten. Doch was er nie lernen wird, ist: wie man eine Welle macht. Genauso ist das auch im Gemeindeleben. Wir lernen zu beten und in der Bibel zu lesen. Wir wissen, wie man sich als Christ verhält und wie man mit anderen über den Glauben spricht. Aber den Glauben selbst können wir nicht machen. Dazu muss Gott seinen Geist schicken. Er muss wirken. Und manchmal schenkt er eine kräftige, geistliche Welle zu Gott hin. Während solcher Wellen kommen viel mehr Menschen zum Glauben als sonst. Gemeindesäle brechen aus allen Nähten. Menschen begegnen Gott. Wunder geschehen. Die Bibel enthält viele solcher Berichte. Aber sie sind weltweit bis heute zu beobachten. Im Moment gibt es Erweckungen in vielen afrikanischen und südamerikanischen Ländern. Sind wir bereit, wenn solch eine Erweckungswelle mal wieder unsere Gegend erreicht? Denn sie fängt meistens in den Gemeinden an. Sie beginnt mit denen, die sich nach einem neuen Feuer des Heiligen Geistes sehnen.

Anfang der 1850er Jahre erreichte solch eine Welle das Dietzhölztal. Damals trafen sich fast jeden Abend etliche junge Männer auf der Backesbrücke in Eibelshausen, um christliche Lieder zu singen. Nach und nach wurde die Gruppe immer größer und es entstand dadurch in den Jahren 1855 – 1859 eine neue Gemeinschaft.

1860 war die Gruppe so groß, dass sie neben den kirchlichen Gottesdiensten mit eigenen christlichen Versammlungen in Privathäusern anfing. Dort wurde viel gesungen, gebetet und in der Bibel gelesen. Leiter der „Stubenversammlungen" war der gläubige Lehrer Hofmann. Vorwiegend trafen sich die Gläubigen im Haus von Johannes Wernert in der Untergasse. Als erster Prediger der neuen Gemeinschaft wurde 1865 Jacob Hast berufen. Er war in Eibelshausen geboren und wurde für seinen Dienst vom „Brüderverein Elberfeld" bezahlt. Zum Brüderverein gehörte auch Hermann Heinrich Grafe, der Gründer der Freien evangelischen Gemeinden in Deutschland. Als 1867 eine weitere Erweckung in Eibelshausen ausbrach, konnte Jacob Hast viele Eibelshäuser zum Glauben an Jesus führen und in die Gemeinde aufnehmen.

1883 trafen sich bereits 150 Leute zu den Bibelstunden. Ein großer Chor sang Woche für Woche in der Gemeinde. Die Sonntagschule freute sich über viele Kinder. Es wurde Zeit für ein eigenes Gemeindehaus. Die Privathäuser stöhnten oft unter der Menge der Besucher und man hatte Angst, dass das Gebälk brechen würde. Da kam es zu einer 3. Erweckungswelle im Dietzhölztal.

Fortsetzung folgt ...

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