Die Geschichte der FeG Eibelshausen

Teil 3: 1939 – 1971 „Halt"

Schon der erste Weltkrieg hatte die Gemeinde etliche verheißungsvolle Brüder und Schwestern gekostet. Nun stürzte der zweite Weltkrieg noch mehr Familien in Trauer und Not. Die 100 Kinder in der Sonntagschule waren plötzlich ohne Lehrer. Im Mai 1943 wurde Prediger Irle verhaftet. Im Oktober 1943 wurde dann sogar das Gemeindehaus beschlagnahmt. Am Ende des Krieges zählte die Gemeinde nur noch 53 Mitglieder. Aber es gab einen großen Hunger nach Gottes Wort in der Bevölkerung. Und die Gemeinde war mehr als je zuvor der Halt im Leben vieler Menschen.

Vor vier Jahren haben wir ein Leitbild für unsere Gemeinde gesucht. Wir haben uns gefragt, was Gemeinde uns bedeutet. Jeder durfte dazu ein Foto auswählen. Die meisten suchten ein Bild aus, dass Halt ausdrückt. Ein schönes Haus war dabei, ein Leuchtturm, eine Kette, ein Felsen und ein Wegweiser. Die meisten von uns verbinden sehr schöne Erinnerungen mit der Gemeinde. Hier sind wir zum Glauben gekommen. Hier sind wir Gott begegnet. Hier haben wir Heilung erfahren. Und hier haben wir Freunde gefunden. Wir haben gelernt zu vertrauen und das Leben mit anderen zu teilen. In Apg. 2,44 heißt es: „Alle, die zum Glauben gekommen waren, bildeten eine enge Gemeinschaft. Sie kamen regelmäßig zusammen und teilten alles, was sie hatten!“

Oft wird dieses Teilen nur unter materiellen Aspekten gesehen. Aber das Teilen geht viel weiter! Wir teilen unsere Erfahrungen und geben uns so gegenseitig Halt. Wir teilen unsere Sorgen, Ängste und Probleme. Wir müssen damit nicht alleine fertig werden. Und wir haben gelernt, dass geteilte Freude doppelte Freude ist; und geteiltes Leid ist halbes Leid.

In solcher Gemeinschaft wurde das Gemeindehaus nach dem Krieg schnell wieder in Stand gesetzt und sogar erweitert. Karl Utsch wurde als Prediger berufen und bezog 1953 als erster das neu erbaute Predigerhaus in der Oranienstraße. Viele neue Arbeitskreise entstanden wie der Posaunenchor, die Jungscharen, eine Frauen- und Seniorenarbeit und der Männerchor. Die Gemeinde stabilisierte sich und blühte. Jährlich wurden Evangelisationen im Gemeindehaus abgehalten. Darüber hinaus unterstützte die Gemeinde Evangelisationen auch in anderen Orten. Ein Missionstrupp wurde von 1956 – 1963 ausgesandt. Auch der Posaunenchor übernahm etliche Dienste auswärts und feierte letztes Jahr sein 60jähriges Bestehen.

1968 wurde Helmut Beaupain als Prediger berufen. Er setzte einen besonderen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit der Gemeinde. Erste Freizeiten wurden unter seiner Leitung durchgeführt. Es ging nach Borken, Hildesheim und später in das unvergessliche Lugano. Auch die ersten Kinderfreizeiten an die Ostsee und dann ab 1972 nach De Helle begleitete er.

Diese Phase der Konsolidierung endete 1971 mit dem Neubau des Gemeindehauses. In nur 9 Monaten wurde das alte Haus völlig abgerissen und ein modernes Haus entstand auf dem gleichen Gelände. Es wurde seitdem um- und angebaut, ist aber heute immer noch gut zu erkennen. Die letzte Renovierung fand 1999 statt.

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