Pastor Karsten Künzl

Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Wer nach Island reist, sollte nicht versäumen, der südlich gelegenen Insel Heimay mit dem größten isländischen Fischerhafen einen Besuch abzustatten. Dort sieht man, wie das Leben selbst die größten Unglücke überstehen kann. Als 1973 ein Vulkan ausbrach und die Insel zu vernichten drohte, kam wie durch ein Wunder niemand um. Wegen eines vorherigen Unwetters lagen alle Boote im Hafen. In pausenlosem Einsatz brachten die Fischer über stürmischer See jeden der rund 5000 Inselbewohner zum Hauptland in Sicherheit. Zur gleichen Zeit flog die Luftwaffe unermüdlich Wasser herbei, um die Lava zu kühlen. So konnte der größte Teil der Stadt vor der Zerstörung bewahrt werden. Lediglich der Inselfriedhof wurde durch eine meterhohe Schicht von Lava bedeckt, so dass kein einziges Grab mehr zu erkennen war. Nur die Inschrift des Friedhofstores ragte nach dem Vulkanregen noch aus der Asche. Auf ihr ist zu lesen: „Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben!“

Viele Isländer danken Gott noch heute, dass er sie damals vor dem Tod gerettet hat. Und ich wünsche uns, dass auch wir an Ostern ganz neu begreifen, dass wir Gott unser Leben verdanken. Er freut sich, dass wir leben. Der Tod ist genauso sein Feind wie er unser Feind ist, denn Gott liebt das Leben. Er hat es erschaffen und er nennt sich „Gott der Lebenden und nicht der Toten“. Um uns das zu beweisen, hat er ein Zeichen gesetzt. Er kam in unser Leben hinein, ließ sich schlagen und kreuzigen. Er starb und wurde begraben. Aber am dritten Tag ist er auferstanden. Seitdem steht sein Kreuz in dieser Welt als ein Zeichen, dass der Tod besiegt ist und wir ewig mit Gott leben können. Jeden Tag ruft es uns zu: „Jesus lebt und Du sollst auch leben!“

Dabei weiß Jesus sehr wohl, dass unser Leben manchmal nur schwer zu ertragen ist. Er sieht uns, wenn wir am Pflegebett unserer Lieben stehen und uns fragen, ob das noch Leben ist. Jesus weiß auch, dass wir manchmal Probleme haben, das Leben zu meistern. Er sieht, wenn der Kontoauszug nur noch rote Zahlen aufweist. Und Jesus kennt auch die Dunkelheit, die uns manchmal umgibt. Er leidet mit, wenn der Partner seine Sucht nicht los wird und die Kinder auf die völlig falsche Bahn gekommen sind. Gerade deswegen hat er ja sein Kreuz des Lebens in unserer Welt aufgerichtet. Und wenn wir mutig darauf zugehen und es umarmen, wird es uns zu einem neuen Weg. Denn Jesus begegnet uns dort mit seiner Kraft. Er verspricht allen, die zu ihm kommen, seinen heiligen Geist. Der erfüllt uns mit allem, was wir zum Leben brauchen und er ruft: „Komm zu Jesus und lebe!“

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Ihr

(C) Freie evangelische Gemeinde Eibelshausen 2019

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