„Wir freuen uns auch dann, wenn uns Sorgen und Probleme bedrängen, denn wir wissen, dass wir dadurch lernen, geduldig zu werden. Geduld aber macht uns innerlich stark, und das wiederum macht uns zuversichtlich in der Hoffnung auf die Erlösung. Und in dieser Hoffnung werden wir nicht enttäuscht werden. Denn wir wissen, wie sehr Gott uns liebt, weil er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt.“

Römer 5, 3-5

 

Karsten Künzl

Was bleibt nach Corona?

Man sagt, dass die Welt nach der Coronakrise nicht mehr so sein wird wie vorher. Die Hygiene wird einen höheren Stellenwert behalten und das Händeschütteln wird womöglich nicht zurückkehren. Etliche Arbeit wird auch in Zukunft vom Homeoffice aus erledigt. Durch Videokonferenzen wird es weniger gefahrene oder geflogene Kilometer geben. Medikamente und andere systemrelevante Dinge werden wieder im eigenen Land produziert und nicht mehr billig und unzuverlässig aus aller Welt besorgt.

Und was macht die Krise mit uns persönlich? Der Apostel Paulus hält in Römer 5 dazu etwas Erstaunliches fest. Er sagt, dass uns Krisen geduldiger, stärker und zuversichtlicher machen, weil Gottes Geist in uns wohnt! Ich hoffe daher, dass wir nicht einfach zu unserer gewohnten Tagesordnung übergehen, wenn jetzt mehr und mehr die Beschränkungen gelockert werden, sondern dass wir in den letzten Wochen einiges gelernt haben und das Gute aus dieser Krise behalten. Dazu will ich einige Beispiele nennen:

Ich bete, dass wir mit einem gestärkten Glauben, einem besser entwickelten Charakter und einem höheren Grad an Widerstandsfähigkeit aus dieser Krise hervorgehen. Die letzten Wochen haben uns hoffentlich Rücksichtnahme und Standhaftigkeit gelehrt.

Ich bete, dass wir uns weniger auf materielle Dinge konzentrieren und uns stattdessen mehr auf Jesus und auf das, was wirklich ewig ist, verlassen. Denn was haben wir in den letzten Wochen wirklich gebraucht?

Ich bete, dass wir gelernt haben, Jesus nicht nur in der Gemeinde, sondern auch zu Hause anbeten zu können und dass wir dem Heiligen Geist erlaubt haben, durch die Bibel auch in unser Privatleben hineinzusprechen.

Gleichermaßen bete ich, dass wir den Wert unserer Versammlungen erkennen, uns mehr dafür engagieren als je zuvor und sie nie wieder als selbstverständlich ansehen. Unser besonderes Mitgefühl gilt allen verfolgten Christen, die sich nicht frei versammeln dürfen.

Ich bete, dass wir die Dienste und Veranstaltungen unserer Gemeinde nicht einfach weiterführen, sondern prüfen, wozu uns der Heilige Geist befähigt und antreibt. Wir haben nun mal nicht für alles Zeit und Kraft.

Ich bete, dass wir die sozialen Medien, Livestreams und jede zusätzliche „verbindende“ Technik, die wir während der Krise genutzt haben, weiterhin einsetzen.

Ich bete, dass unsere Familien, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und andere, denen wir in unserem Leben begegnen, spüren, dass wir mit neuem Mut aus dieser Krise hervorgehen.

Ich bete, dass wir durch Gottes Geist mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt werden, damit wir für alles, was in der Zukunft auf uns zukommen mag, gerüstet sind.

Ihr Karsten Künzl