Karsten Künzl

Dem Weihnachtswunder auf der Spur

„Als die festgesetzte Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde als Mensch geboren, um uns zu befreien. Durch ihn nimmt Gott uns als seine Kinder an.“ 

Galater 4,4-5

 

Neulich wollte ich meine elektrische Zahnbürste reparieren lassen. Doch es war tatsächlich billiger, für 30 € eine neue zu kaufen. Obwohl vermutlich nur ein kleiner Fehler vorlag, musste ich meine alte Zahnbürste wegwerfen. So ist vieles, was heute produziert wird, genau darauf ausgelegt, einmal auf dem Müll zu landen. Mancher spricht von der Wegwerfgesellschaft.

Schrecklich, wenn wir diese Mentalität auf unser Leben übertragen. Immer wieder höre ich davon, dass Menschen ihr Leben weggeworfen haben. Es war ihnen nichts mehr wert. Sie fühlten sich nutzlos. Mancher hat sich nie geliebt und nie gewollt gefühlt auf dieser Welt. Zuerst hieß es „ungewollt schwanger“, dann war er ein ungewolltes Kind und schließlich wollte er sein Leben nicht mehr. Was sollte sein Leben für einen Sinn haben, wenn er eigentlich gar nicht da sein sollte? Wenn seine Eltern ihn schon nicht wollten, wer dann?

Gott? Interessiert er sich etwa für alle Kinder, die geboren werden? Ich glaube ja! Gott will und liebt alle Menschen – auch Sie und mich. Er weiß doch, wie das ist, wenn wir abgelehnt werden. Gottes Sohn war selbst ein ungewolltes Kind. Er kam unerwartet und ungeplant und stürzte seine Eltern in größte Verlegenheit. Er kam zur Welt, ohne dass sie etwas dazu getan hätten, geschweige denn, dass sie sich ihn gewünscht hätten. Er blieb sein Leben lang eine unerwünschte Person. Zuletzt kreuzigten sie ihn, um ihn aus der Welt hinauszuwerfen.

Und dennoch hat es nie ein erwünschteres Kind gegeben als dieses. Nie hat Gott ein Kind mehr geliebt als Jesus. Und es hat nie einen Menschen gegeben, durch den mehr Menschen gesegnet worden wären als durch Jesus. Unzählige haben ihr Lebensglück bei ihm gefunden. Sie haben erkannt, dass jeder Mensch von Gott gewollt und ein besonderer Segen ist. Dafür ist Gottes Sohn zu uns gekommen. Ich wünsche uns, dass wir das in dieser Advents- und Weihnachtszeit neu spüren und dass wir wieder sagen können: „Herr, du liebst mich – also bin ich dein wertvolles Kind.“

Ihr Karsten Künzl