Auf ein Wort

„Die Weisen gingen in das Haus und fanden das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“

Matthäus 2,11

Karsten Künzl

Was schenken wir zu Weihnachten?

Haben Sie sich schon überlegt, was Sie zu Weihnachten verschenken? Dabei richtet sich der Wert unserer Geschenke oft danach, was uns der andere wert ist. Die Freundin bekommt eine Flasche Chanel No. 5. Die Mama kriegt eine Flasche Sonnenblumenöl. Die Oma bekommt eine Flasche Melissengeist. Und wer nicht lieb war, kriegt gar nichts.

Bei Gott ist das ganz anders. Der fragt nicht wie der Weihnachtsmann, ob wir artig waren. Er beschenkt jeden, weil er uns alle liebt. Und Gott gibt nicht nur irgendetwas. Er verschenkt das Beste, was er hat. Er gibt uns seinen Sohn. Der Evangelist Johannes beschreibt das folgendermaßen: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16). Da lohnt es sich sehr, einen Blick drauf zu werfen und das Geschenk auszupacken.

Die Hirten in Bethlehem überlegten nicht lange. Als die Engel verschwunden waren, sprang einer auf und rief: „Los, lasst uns nach Bethlehem gehen und das Kind anschauen.“ Alle anderen standen ebenfalls auf. Doch dann fiel ihnen ein, dass sie noch einen bestimmen mussten, der bei den Tieren blieb. Außerdem fehlte ihnen ein Geschenk, denn sie wollten nicht mit leeren Händen in den Stall kommen. Da schlug einer vor: „Ich meine, das Kind hat am meisten davon, wenn ihm jeder von uns ein Geschenk macht. Und das mit den Tieren lösen wir so: der von uns, der das leichteste Geschenk hat, der muss bei den Tieren bleiben.“ Alle stimmen zu und jeder kramt in seinen wenigen Habseligkeiten nach einem passenden Geschenk für das Kind in Bethlehem. Dann stellen sie die Waage, mit der sonst die Schafe gewogen werden, in die Mitte ans Feuer. Jeder bringt sein Geschenk herbei. Der erste trägt ein großes Schaffell. Der nächste legt einen großen Schafskäse auf die Waage. Wieder ein anderer bringt ein großes Bündel Feuerholz. Zuletzt kommt der Jüngste mit einer kleinen Sturmlaterne in der Hand. In den Gesichtern der anderen kann man bereits ablesen, wer wohl draußen bei den Tieren bleiben muss. Der Junge blickt zögernd in die Runde. Dann springt er mitsamt seiner Laterne auf die Waage und ruft: „Mein Geschenk für den König bin ich selbst. Er wird Menschen brauchen, die ihm helfen, sein Licht weiterzutragen.“ Mit einem Mal wird es ganz still da draußen ums Feuer. Nachdenklich schauen die Hirten auf ihren kleinen Kollegen. Unter allen Geschenken, die wir dem Sohn Gottes machen können, findet sich kein Besseres als unser eigenes Leben. Da ist alles drin. Und wenn Jesus heute einen Wunsch bei uns frei hätte, dann würde er sich solches Vertrauen wünschen. Das Vertrauen, dass er etwas Gutes aus unserem Leben machen wird. Solches Vertrauen ehrt ihn und macht ihn glücklich. Und das Schöne dabei ist: Wer Jesus sein Vertrauen schenkt, der ist selbst der Beschenkte. Probieren Sie es doch mal aus. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Karsten Künzl

Jahreslosung 2022

JESUS CHRISTUS SPRICHT: WER ZU MIR KOMMT, DEN WERDE ICH NICHT ABWEISEN.

Johannes 6,37 | BasisBibel | © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft

 

Ansgar Hörsting

Ein Antrag bei der Krankenkasse kann abgewiesen werden. Oder der Versuch, sich dem Menschen anzunähern, in den man sich so sehr verliebt hat! Jede Abweisung ist eine harte, manchmal sogar demütigende, aber immer ernüchternde Erfahrung. Niemand wird sie bei Jesus machen! Das ist durch und durch gute Nachricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Es wird nicht geschehen – hier steht es schwarz auf weiß. Niemand wird von Jesus abgewiesen. Ich muss es wiederholen: niemand. Das muss ich deswegen so sehr betonen, weil wir manchmal eine unsichtbare, aber wirksame gegenteilige Botschaft mit uns herumtragen.

Diese lautet: „Ja, aber …“ „Ja, aber der oder die sind so schlecht und so übel, die haben Gottes Gnade nun wirklich verspielt.“ Oder wir sagen über uns selbst: „Ja, aber vielleicht bin ich aber doch der einzige Mensch, der abgewiesen wird. Ich bin zu schlecht. Bei mir hat Gott die Geduld verloren. Er muss sie verloren haben.“ Depressive Menschen neigen zu dieser Sicht oder Menschen, deren Selbstbewusstsein ganz am Boden liegt. Oder solche, die sich so sehr in Schuld verstrickt haben, dass es ihnen unmöglich erscheint, Vergebung zu bekommen.

Doch genau dagegen setze ich das Wort Gottes: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“ Dieser Satz strahlt als befreiende Botschaft ins Gefängnis der Schuld, Ablehnung und Selbstzermarterung. Er ist, wie Martin Luther es über das Evangelium sagte, „gute Botschaft, gute Mär, gut Geschrei, davon man singet, saget und fröhlich ist.“

INSPIRIEREND WEITERSAGEN

„Evangelium inspirierend weitersagen – Es ist mir eine Ehre“ Unter dieses FeG-Jahresthema stellt der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) das Jahr 2022. Das ist es, worum es geht. Das dürfen wir sagen und dann einladen, dass Menschen zu Jesus kommen. Denn das sollen sie ja. Der Glaube an ihn ist kein Automatismus, keine Zwangsbeglückung. Und dieser Jesus Christus hat die Autorität und die Liebe, solche Dinge zu sagen: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“ Und sie stehen fest. Wie gut, dass wir das einfach weitersagen können.

Für Menschen, die tiefer bohren wollen, lohnt sich ein Blick ins gesamte Kapitel sechs des Johannesevangeliums. Denn dort erfahren wir, mit welchem Anspruch Jesus auftrat. „Ich bin das Brot des Lebens!“ Seine Zuhörer damals waren entsetzt über diese in ihren Ohren maßlose Selbstüberschätzung. Jesus nennt auch einen tieferen Grund dafür, dass er niemanden abweisen wird: weil der Vater sie ihm gegeben hat (Vers 36), weil der Vater sie zieht (Vers 44). Menschen sollen also kommen, aber sie können nur kommen, weil der Vater sie zieht bzw. weil er sie Jesus gibt. Da regt sich Protest. Nicht erst heute im 21. Jahrhundert, sondern schon damals. „Viele nun von seinen Jüngern (!) die es gehört hatten, sprachen: ‚Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?‘“ Sie murrten (Vers 41, Vers 61).

Aber anstatt die Sache kommunikationstechnisch etwas abzufedern, wiederholt Jesus es noch mal: „Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von dem Vater gegeben.“ (Vers 65). Ja, muss das denn sein? Muss man so nachkarren? Jeder Werbefachmann hätte Jesus empfohlen, etwas geschmeidiger aufzutreten. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: „Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.“ (Vers 66)

JESUS IM FOKUS

Ich bin der Überzeugung, dass es für uns heute noch schwieriger ist, solche Worte zu akzeptieren. Mir fällt es selbst auch entsetzlich schwer. Ich kann das nur hören im Vertrauen, dass Gott gut ist, dass er souverän ist, und dass er in Jesus alles getan hat, um mich zu retten und mich zu ziehen. Ich kann es nur hören, wenn ich vertrauen kann: Er zieht ja ständig. Er lockt und wirbt und schiebt. Dann komme ich zu Jesus – und werde niemals abgewiesen. Und diese Botschaft gilt allen Menschen.

Diese gute Nachricht birgt also auch eine Zumutung. Aber im Kern wird dadurch unser Glaube fest. Wir glauben nicht an einen Gott, der unsere Vorstellungen erfüllt. Denn der könnte nicht halten, wenn das Leben schwankt. Wir glauben an einen Gott, der größer ist. Und das gilt es weiterzusagen.

Erst mit dieser schwer verdaulichen Botschaft bekommt die Nachricht eine tiefere Bedeutung. Denn Glaube ist keine Verfügungsmasse, sondern Geschenk, Wunder und Überraschung. Glaube ist kein Business, keine Marketingstrategie, kein Werben um die besten Slogans, sondern Gottes Wille, Gottes Wirken und der Beginn einer ewigen Beziehung zu ihm! Wir sagen: „Papa, Vater“.

EINLADEN ZU JESUS

Ich steige auf aus den tieferen Schichten des Textes und erblicke mit neuer Klarheit, mit geradezu durchlittenem und geläutertem Glauben den Satz: „Wer zu Jesus kommt, den wird er nicht abweisen.“ Und ich singe und sage davon weiter – und bin fröhlich. Mein Schlusswort steht umso fester: Komm zu Jesus. Tu es. Bete ihn an. Bete zu ihm und gib ihm Dein Leben. Er ist es wert und du bist es wert. Niemand wird von ihm abgewiesen.

Ansgar Hörsting | Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden | praeses.feg.de

 


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