„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

2.Timotheus 1,7


Karsten Künzl

Covid 19 ist zum allbeherrschenden Thema geworden. Die Bundesregierung hat dem Coronavirus den Kampf angesagt. Desinfektionsmittel sind überall ausverkauft. Klopapier ist auch keins mehr zu bekommen. Größere Events wurden verboten. Museen, Kinos und Grenzen wurden geschlossen. Sogar die Gottesdienste mussten abgesagt werden. Straßen und Plätze sind leer. Aber viele Herzen sind voller Angst.

Die Regierenden haben mit ihren Beschlüssen deutlich gemacht, dass sie Gemeinden und Museen auf eine Stufe stellen. Beides sind kulturelle Einrichtungen, auf die man in Notzeiten verzichten kann. Doch ich glaube, dass wir als Gemeinde eine weitaus größere Bedeutung haben. Wir werden nicht vor dem Coronavirus kapitulieren.

Unsere größte Waffe liegt dabei im Gebet. Das wissen selbst Menschen, die dem Glauben ansonsten eher fernstehen. So meinte ein Arzt lapidar: „Wenn wir Ärzte unseren Job tun und Sie als Pastor den Ihren, geht es dem Virus an den Kragen.“ Darum lade ich Sie, liebe Leser und Leserinnen, ein, dass wir unseren „Gebetsjob“ annehmen. Jeden Tag um 9 Uhr – egal ob morgens oder abends – halten wir einige Momente inne und beten für unsere Mitmenschen, für unser Land und für unsere Welt. Wir beten, damit der Coronavirus nicht weiter mit uns machen kann, was er will. Unser Gott ist stärker. Er sagt (Joh. 16,33): „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost: ich habe die Welt überwunden!“

Bei diesen Worten sehe ich Jesus vor mir, wie er den Sturm auf dem See Genezareth stillte. Während die Jünger gegen den Wind und die Wellen kämpften, schlief Jesus hinten im Boot auf einem Kissen. Für ihn war die Welt ein absolut sicherer Ort, weil er sich in seinem Gott geborgen fühlte. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass auf seinem Kissen auch für uns noch Platz ist. Denn als die Jünger sich endlich mit ihrer Verzweiflung und Angst an Jesus wandten, bedrohte er den Sturm und es wurde augenblicklich still.

Diese innere Ruhe wünsche ich Ihnen, wenn in den nächsten Wochen der Coronasturm über unser Land fegt. Es gibt für uns keinen Grund zu verzweifeln, denn Paulus hat Recht, wenn er sagt (2.Tim. 1,7): „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Geist setzt Phantasie im Umgang mit der Coronabedrohung frei. Unsere freigewordene Zeit können wir mit ihm nutzen, um Nächstenliebe zu üben. Wir können Einkäufe und Besorgungen für Menschen aus den Risikogruppen übernehmen. Wir können unseren Senioren die Möglichkeit zum Skypen eröffnen oder ihnen helfen, die Gottesdienste bei Bibel.TV oder im Internet zu schauen. So bieten wir dem Virus auch diakonisch die Stirn. Es geht nicht nur um unsere Gesundheit. Es geht auch darum, dass wir unseren Glauben bezeugen und dass wir beweisen, dass wir eine Krise solidarisch bewältigen können.

Gott segne und behüte Sie.

Ihr Karsten Künzl