Pastor Karsten Künzl

Suche Frieden und jage ihm nach!

Vor 100 Jahren endete der 1. Weltkrieg. An vielen Orten wurde im November daran erinnert und der 17 Millionen Toten gedacht. Dieser Krieg gilt als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und soll sich bitte nicht mehr wiederholen. Leider ist dieser Appell wieder nötig, weil die Welt immer verrückter wird. Manche bezeichnen den Holocaust als „Vogelschiss der Geschichte“. Tabus werden gebrochen. Einige Politiker zeigen ein Macho-Gehabe, das zu Streit und Krieg führt. Vielleicht hat all das dafür gesorgt, dass dieses Jahr unter ein unbequemes Motto gestellt wurde. Die Jahreslosung ermahnt uns: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Ein Jäger muss manchmal lange warten, bis er Erfolg hat. Er legt sich deshalb auf die Lauer. Wir sollen auf die Gelegenheit warten, den Frieden zu fördern. Wir sollen ihm schnell hinterherlaufen und ihn nicht entwischen lassen. Denn wie oft haben wir schon die Chance zum Frieden verpasst und die Situation ist eskaliert? Darum macht uns die Bibel Mut, dass wir uns mit unserem Ehepartner versöhnen, bevor die Sonne untergeht. Schließen Sie mit Ihren Nachbarn wieder Freundschaft. Und ermutigen Sie Ihre Kollegen, statt über sie zu nörgeln.

Man wird Ihnen vielleicht vorwerfen, dass Sie weltfremd sind. Dann denken Sie an Jesus, der sagte (Joh. 16,33): „Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben und Angst haben. Aber habt Mut, denn ich habe die Welt überwunden.“ Jesus identifiziert hier den großen Feind des Friedens: Es ist die Angst. Sie lässt uns misstrauisch werden. Sie verbreitet Unruhe statt Frieden. So viel Streit und Krieg sind im Grunde angstgesteuert, z.B. durch die Angst zu kurz zu kommen. Darum hat Gott seinen Sohn in unsere Welt geschickt. Er hat Jesus die Macht verliehen, die Welt mit Gott und untereinander zu versöhnen. Jesus ist der Fürst des Friedens, der heilt, was zerbrochen ist.

„Shalom“ meint nämlich viel mehr als Frieden. Es beschreibt ein umfassendes Wohlergehen in allen Lebensbereichen. Beim „Shalom“ schwingen Gesundheit, Sicherheit und Ruhe mit. Der Gegensatz von Frieden ist daher nicht der Krieg, sondern vor allem die Bitterkeit über das Leben. Unfrieden herrscht da, wo uns das Leben leid wird. Gott wendet sich daher mit seinem Frieden an Ihre persönliche Not. Er ist an Ihrem Wohlergehen interessiert. Ihr Leben soll heil werden. Darum wünsche ich Ihnen, dass Sie den Frieden zuerst bei Gott finden und ihm dann im Alltag nachjagen.

Ihr

(C) Freie evangelische Gemeinde Eibelshausen 2019

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